Rollstuhlbasketball Guide

Rollstuhlbasketball – einer der beliebtesten barrierefreien Sportarten weltweit

Die Regeln im Rollstuhlbasketball

Ziel jeder Mannschaft ist es, den Ball in das Tor des Gegners zu treffen. Die andere Mannschaft wird dazu daran gehindert – selbst Korberfolge zu erzielen. Soweit – so gut – das kennen wir vom Basketballspiel. Aber was ist jetzt im Rollstuhlbasketball – einer der am besten adaptierten Sportarten – anders? Die Antwort lautet: Fast nichts!

Die Größe des Basketballfeldes ist identisch und auch die Höhe des Korbes (3,05 Meter) ist genau gleich. Gleiches gilt für die Ballbeschaffenheit und die Dauer des Spiels: Vier Spielrunden mit jeweils zehn Minuten und 2 Minuten Pause. Die Halbzeitpause dauert 15 Minuten und findet nach Runde 2 statt.

Abseits heißt es in diesem Ballsport sobald der Basketballrollstuhl die Seitenlinie mit jeglichem Teil überschreitet. Bei einem Freiwurf ist es hingegen erlaubt, die Wurflinie mit den kleinen Rädern zu berühren.

Schubregel statt Schrittregel

Beim Rollstuhlbasketball wurden Schritte und Doubles angepasst – das heißt konkret: Ein*e Spieler*in darf während des Ballbesitzes nur zweimal den Rollstuhl anschieben (pushen), ohne zu dribbeln. Danach muss entweder gedribbelt, gepasst oder geworfen werden. Über die Armlehne darf hierbei nicht geworfen werden. Diese sogenannte „Zwei-Push-Regel“ ersetzt somit die Schrittregel aus dem Fußgänger-Basketball. Hier ist es erlaubt, denn Ball nach dem Festhalten ein zweites Mal zu dribbeln.

Rollstuhlbasketball-Klassifizierung

Beim Rollstuhlbasketball wird der Grad der körperlichen Einschränkung mit einbezogen. Ziel dieses Klassifizierungssystems ist es, kein Team aufgrund einer geringeren Mobilität zu benachteiligen. So können Personen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen dennoch gemeinsam und miteinander spielen. Die Zahl kann hierbei zwischen 1 und 4,5 liegen und darf im Spiel pro Team mit fünf Spieler*innen nie 14,5 Punkte überschreiten. Je mehr Punkte ein*e Spieler*in erhält, desto geringer sind die Einschränkungen.

Beim Rollstuhlbasketball geht es es vor allem um Dynamik und Taktik. Ein Mannschaftssport, der auf Geschwindigkeit, Ballgefühl und Teamarbeit basiert.

Der Basketballrollstuhl – Besonderheiten und Sicherheit

Zentraler Bestandteil des Spiels ist der Basketballrollstuhl – er gehört zu dir und deiner Spielweise. Dein Körper wird eins mit ihm! Vor allem die Stabilität im Rumpfbereich ist für diesen Sport ausschlaggebend. Während des Spiels ist das Aufstehen oder das Berühren des Bodens mit den Füßen nicht erlaubt. Der Sportrollstuhl besitzt einen Rammbügel von im Regelwerk festgelegter Größe, hat Fußstützen in einer bestimmten Höhe und Armstützen von bestimmter Größe. Wichtig ist außerdem, dass die Armlehnen und andere Stützen nicht über die Linie der Beine oder des Rumpfes der Spieler*innen hinausragen, sobald er/sie im Stuhl sitzt.

Im Vergleich zu deinem Alltagsrollstuhl ist ein Basketballrollstuhl deutlich:

  • leichter
  • wendiger
  • stabiler bei schnellen Richtungswechseln

Stark schräg gestellte Räder sorgen dafür, dass du schneller drehen und beschleunigen kannst. Die Voraussetzung also für die engen Kurven und quitschenden Reifen während des Basketball-Matchs. Der kleine Wendekreis lässt dich flexibel auf die Spielsituation eingehen. Ein Kippschutzrad verhindert bei den schnellen Bewegungen, dass du beim Kontakt mit anderen Spieler*innen nach hinten kippst. Der Rammbügel schützt dich bei Kollision. Ein Gurt sorgt dafür, dass du stabil im Sitz bleibst und deine Kraft effizient auf die Räder übertragen kannst.

Rollstuhlbasketball in Deutschland und international

Rollstuhlbasketball ist weltweit einer der bekanntesten und populärsten Sportarten und bereits seit 1960 paraolympische Disziplin. Der Deutsche Rollstuhlsportverband (DRS) organisiert diesen Sport unter anderem. Liegen gibt es neben der Rollstuhlbasketball-Bundesliga (RBBL1) eine 2. Bundesliga sowie Regionalligen, Oberligen und Landesligen. Vor allem aber existiert eine breite Vereinsstruktur, die jede*n abholt: ob Nachwuchsspieler*in, Leistungssportler*in oder Anfänger*in. Alle haben Zugang zu diesem beliebten Sport, der ganz nebenbei noch inklusiv ist. Das bedeutet: Auch Spieler*innen ohne Behinderung dürfen in vielen Liegen teilnehmen, sofern sie klassifiziert werden. Gemischte Teams inmitten eines offenen Sportumfeldes. Teamwork steht im Mittelpunkt.


Nationale Liegen, internationale Wettbewerbe, Weltmeisterschaften und paralympische Turniere. All das gibt es beim Rollstuhlbasketball.

Rollstuhlbasketball für alle Alters- und Leistungsklassen.

Na, bist du schon neugierig geworden?

Rollstuhlbasketball spricht unterschiedlichste Zielgruppen an. Damit die Schubkraft, Ballkontrolle und die schnellen Richtungswechsel im Spiel funktionieren ist eine gewisse Rumpfstabilität sowie Arm- und Schulterkraft nötig. Anfänger*innen, Kinder- und Jugendliche, Wiedereinsteiger*innen, Freizeit- und Hobbysportler*innen sowie ambitionierte Leistungs- und Turnierspieler*innen können hier gleichermaßen ihre neue Passion finden.

Das Equipment für Rollstuhlbasketball – das brauchst du:

Die Bauweise deines Basketballrollstuhls sorgt dafür, dass du Stabilität, Wendigkeit und Geschwindigkeit auf dem Spielfeld erlebst. Schnell drehen funktioniert durch die geneigten Räder. Auch Kollisionen werden so besser abgefangen.

Handschuhe schützen dich bedingt durch das häufige Anschieben der Räder vor Blasen und Reibung an den Händen.

Der Gurt fixiert dich am Sitz. So gewinnst du Stabilität während deines Wurfes und deiner Beschleunigungen. Rebound und schnelle Stopps? Kein Problem, denn du hast einen Kippschutz.

Also, worauf wartest du noch? Auf die Rollstühle, fertig, los!